Besonderes Wachstumspotenzial sieht MND bei urbanen Seilbahnen. | © MND
Der französische Industriekonzern MND verstärkt sein Engagement auf dem afrikanischen Markt. Mit MND Africa gründet der Hersteller eine eigene Tochtergesellschaft mit Sitz in Casablanca, die künftig Projekte in Afrika und im Indischen Ozean entwickeln und begleiten soll. Im Mittelpunkt stehen urbane und touristische Seilbahnlösungen.
Die neue Gesellschaft ist Teil der internationalen Expansionsstrategie von MND. Der Konzern, der neben Seilbahnen auch Beschneiungs- und Sicherheitssysteme sowie Infrastruktur für Freizeitangebote entwickelt, erzielt nach eigenen Angaben bereits mehr als 70 Prozent seines Umsatzes außerhalb Frankreichs und ist mit Projekten in rund 50 Ländern vertreten.
Urbane Seilbahnen im Fokus
Besonderes Wachstumspotenzial sieht MND bei urbanen Seilbahnen. Vor allem in Städten mit schwieriger Topografie, dichter Bebauung oder natürlichen Barrieren können sie eine Alternative beziehungsweise Ergänzung zu klassischen Verkehrssystemen darstellen.
In Nordafrika sind bereits mehrere urbane Seilbahnen in Betrieb. Zugleich entstehen nach Angaben von MND weitere Projekte auf dem Kontinent, teilweise mit Unterstützung internationaler Finanzinstitutionen.
„Dieses Verkehrsmittel spielt eine klare Rolle bei den neuen Mobilitätslösungen, die derzeit auf dem gesamten Kontinent entwickelt werden. Auch afrikanische Städte werden sich in Zukunft mit Seilbahnen fortbewegen. Wir möchten zu diesem Wandel beitragen, mit Bescheidenheit und langfristigem Engagement“, sagt Xavier Gallot-Lavallée, Vorstandsvorsitzender von MND.
Casablanca als Ausgangspunkt für Expansion
Mit einem eigenen Team in Casablanca will MND näher an potenziellen Auftraggebern, Städten und Finanzierungspartnern arbeiten. Die Wahl Marokkos als Standort begründet das Unternehmen unter anderem mit der Erfahrung Nordafrikas im urbanen Seilbahnbereich und mehreren geplanten Projekten im Land.
Zusätzliches Potenzial sieht MND im Zusammenhang mit den Infrastrukturinvestitionen im Vorfeld der FIFA-Weltmeisterschaft 2030. Neben Marokko beobachtet das Unternehmen nach eigenen Angaben insbesondere Algerien, Tunesien, die Elfenbeinküste und den Senegal.
Zum Zuständigkeitsbereich von MND Africa gehört auch der Indische Ozean. Dort stehen unter anderem Märkte wie Madagaskar und Mayotte im Fokus.
Referenzprojekt auf La Réunion
Als Referenz für die weitere Expansion nennt MND das derzeit auf La Réunion entstehende Projekt ZÈL La Montagne. Die urbane Seilbahn soll nach Angaben des Unternehmens die weltweit erste energieautarke Anlage ihrer Art werden.
„Wir bringen einen eindrucksvollen Erfahrungsschatz mit“, sagt Gallot-Lavallée. Mit Blick auf das Projekt auf La Réunion ergänzt er: „Genau dieses Maß an Ehrgeiz wollen wir auch auf den afrikanischen Kontinent übertragen.“
Zu den weiteren urbanen Referenzen von MND zählen die Sanierung der Montmartre-Standseilbahn in Paris sowie Arbeiten an der Seilbahn im belgischen Huy.
Mehdi Caillis-Menadjlia übernimmt Leitung
Die Entwicklung der neuen Tochtergesellschaft verantwortet Mehdi Caillis-Menadjlia. Er wurde zum Direktor für die Entwicklung in Afrika und im Indischen Ozean ernannt.
Caillis-Menadjlia verfügt laut MND über Erfahrung mit den regionalen Märkten und den Finanzierungsstrukturen großer Infrastrukturprojekte. Er war unter anderem an der Umsetzung des Seilbahnprojekts auf La Réunion beteiligt.
Mit der eigenen Gesellschaft in Casablanca schafft MND nun eine dauerhafte regionale Struktur, um sich frühzeitig bei geplanten urbanen und touristischen Seilbahnprojekten in Afrika zu positionieren.
