Der 55 Meter hohe Baukran während der Demontage der ehemaligen Stütze 2. | © Säntis-Schwebebahn AG
Beim Neubau der Säntisbahn ist ein zentraler Bauabschnitt abgeschlossen: Innerhalb von drei Wochen wurde die neue Zwischenstütze oberhalb der Schwägalp montiert. Die Stahlkonstruktion ist 43 Meter hoch und wiegt rund 160 Tonnen. Anfang August soll mit dem Einzug der neuen Tragseile die nächste wesentliche Phase des Projekts „Säntis 2026“ beginnen.
Die neue Bahn kommt künftig mit nur einer Zwischenstütze aus. Dafür wurde die Konstruktion deutlich breiter und massiver ausgeführt als die bisherige Stütze 2. Im Bereich der Stütze beträgt der Abstand zwischen den beiden Kabinenspuren 15,2 Meter.
Rückbau der bisherigen Stützen abgeschlossen
Die Arbeiten an der Strecke hatten Anfang Juni mit dem Rückbau der bisherigen Stützen 1 und 2 begonnen. Beide Konstruktionen wurden innerhalb von rund zwei Wochen abgetragen.
Das erste Geschoss der früheren Stütze 1 bleibt vorerst erhalten. Es dient beim bevorstehenden Seileinzug als Hilfskonstruktion: Umlenkrollen sollen die neuen Tragseile über das Gelände führen und während der Montage vom Felsen fernhalten.
Durchgeführt wurden die Arbeiten unter der Leitung von Thierry Burtscher von Garaventa. Im Durchschnitt waren sechs Monteure auf der Stützenbaustelle beschäftigt. Neben der Höhenlage stellte vor allem der Wind eine Herausforderung dar, da ein Teil der Arbeiten in bis zu 45 Metern Höhe erfolgte.
„Auf einer Baustelle in dieser Höhenlage können Wind und Wetter den Arbeitsablauf innert kürzester Zeit verändern. Umso erfreulicher ist es, dass die Arbeiten bislang weitgehend nach Terminplan und unfallfrei verlaufen sind“, erklärt Burtscher.
Eine Stütze ersetzt zwei Bauwerke
Die Reduktion auf eine Zwischenstütze ist eine der wesentlichen konstruktiven Änderungen der neuen Säntisbahn. Um die höheren Belastungen aufzunehmen, kommen stärkere Tragseile sowie zusätzliche Felsverankerungen zum Einsatz. Die Zugkräfte fallen nach Angaben der Projektverantwortlichen etwa doppelt so hoch aus wie bei der bisherigen Anlage.
Auch landschaftliche Überlegungen spielten bei der Planung eine Rolle. Obwohl die neue Konstruktion größer ist als die bisherige Stütze 2, entfällt mit der früheren Stütze 1 ein zusätzliches Bauwerk. Zudem sind keine weiteren Lawinenschutzbauten erforderlich.
Die Fundamente waren bereits im Sommer 2025 hergestellt worden. Vier Betonblöcke mit insgesamt rund 420 Kubikmetern Beton tragen die Konstruktion. Zusätzlich sichern 16 schräg in den Fels gebohrte Anker die Stütze im karstigen Untergrund. Sie sind je nach Position für Zugkräfte von bis zu 75 beziehungsweise 100 Tonnen ausgelegt.
Montage mit 55 Meter hohem Baukran
Für die Errichtung der Stahlkonstruktion wurde ein 55 Meter hoher Baukran eingesetzt. Aufgrund des felsigen Geländes und fehlender ebener Montageflächen erwies sich diese Lösung laut Projektleitung als zweckmäßiger als alternative Hebevorrichtungen oder Helikoptertransporte.
„Im Vergleich zu alternativen Hebevorrichtungen oder Helikoptertransporten konnten mit dem Baukran die Montagezeiten reduziert und die Arbeitsabläufe optimiert werden“, so Burtscher.
Nach der Montage der ersten Bauteile wurde die Konstruktion vermessen und exakt auf die Bahnachse ausgerichtet. Diese Ausrichtung ist entscheidend für den späteren Verlauf der Seile.
Zwischenausstieg auf 2.267 Metern bleibt erhalten
Zur neuen Zwischenstütze gehören auch eine Plattform und ein hydraulisch betriebenes Klapppodest. Damit bleibt ein Zwischenhalt mit Ein- und Ausstieg weiterhin möglich. Der Zwischenausstieg liegt auf 2.267,25 Metern über Meer und ist über rund 170 Treppenstufen erreichbar.
Während der Bauarbeiten werden die an der Bergstation und an der Zwischenstütze eingesetzten Monteure unter der Woche auf dem Säntisgipfel untergebracht und verpflegt. Ein internes Team der Säntis-Schwebebahn betreut dabei bis zu 25 Bauarbeiter.
Tragseile werden ab August eingezogen
Nach Abschluss weiterer Installationen, dem Ausbetonieren der Stützenfüße und technischen Kontrollen soll der Baukran bei geeigneter Witterung am 5. August abgebaut werden. Die Kranelemente werden mit einem Helikopter des Typs AS332 Super Puma C1 von Heliswiss aus dem Gelände ausgeflogen.
Anschließend beginnt der Einzug der neuen Tragseile. Für jedes einzelne Seil sind rund zwei Wochen Arbeitszeit vorgesehen.
