Die Schweizer Bergbahnen verzeichnen in der laufenden Sommersaison steigende Gästezahlen. | © Seilbahnen Schweiz
Die Schweizer Bergbahnen verzeichnen in der laufenden Sommersaison steigende Gästezahlen. Von Mai bis Ende August lagen die Ersteintritte schweizweit 7 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre beträgt das Plus sogar 27 Prozent. Das geht aus dem aktuellen Saison-Monitoring von Seilbahnen Schweiz (SBS) hervor, für das die Gästezahlen von mehr als 140 Mitgliedsbetrieben ausgewertet werden.
Unterstützt wurde die Entwicklung durch einen warmen und sonnigen Hochsommer. Nach dem bereits heißen Juli lag die Schweizer Mitteltemperatur laut MeteoSchweiz im August 3,5 Grad über der Norm der Jahre 1991 bis 2020. Überdurchschnittlich viele Sonnenstunden schufen zusätzliche Anreize für Ausflüge in die Berge.
Berner Oberland mit stärkstem Wachstum
Regional entwickelt sich die Nachfrage unterschiedlich. Das Berner Oberland führt mit einem Plus von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Einen wesentlichen Einfluss hat dabei der Vollbetrieb der Schilthornbahn, deren Angebot im Vorjahr aufgrund des Umbaus deutlich eingeschränkt war.
Auch Graubünden liegt mit einem Zuwachs von 11 Prozent klar über dem Vorjahresniveau. Die Waadtländer und Freiburger Alpen erreichen ein Plus von 5 Prozent, die Zentralschweiz 4 Prozent. Im Wallis und Tessin bewegen sich die Ersteintritte auf Vorjahresniveau.
Eine Besonderheit zeigt sich in der Ostschweiz: Dort weist die Statistik einen Rückgang von 4 Prozent aus. Grund dafür ist vor allem die vorübergehende Betriebseinstellung der Säntis-Schwebebahn, die derzeit durch eine neue Anlage ersetzt wird. Ohne diesen Sondereffekt hätten die Ostschweizer Bergbahnen laut SBS 14 Prozent mehr Gäste verzeichnet.
27 Prozent über dem Fünfjahresdurchschnitt
Noch deutlicher fällt die Bilanz im längerfristigen Vergleich aus. Schweizweit liegen die Ersteintritte um 27 Prozent über dem Mittel der vergangenen fünf Jahre. Besonders stark ist erneut das Berner Oberland mit einem Plus von 58 Prozent.
Die Zentralschweiz sowie die Waadtländer und Freiburger Alpen erreichen jeweils 28 Prozent mehr Ersteintritte als im Fünfjahresdurchschnitt. Graubünden liegt 13 Prozent darüber, das Tessin 9 Prozent und das Wallis 8 Prozent.
Lediglich die Ostschweiz liegt mit minus 5 Prozent unter dem längerfristigen Mittel, wobei auch hier die derzeit stillgelegte Säntis-Schwebebahn die Statistik beeinflusst.
Inlands- und Fernmärkte stützen Nachfrage
Neben Gästen aus der Schweiz und den Nachbarländern tragen laut Branchenverband auch Fernmärkte zur positiven Entwicklung bei. Besonders die Nachfrage aus Nordamerika habe zugelegt. Rückgänge bei Gästen aus asiatischen Märkten konnten in den meisten Regionen durch andere Herkunftsmärkte sowie den Inlandstourismus kompensiert werden.
Für Berno Stoffel, Direktor von Seilbahnen Schweiz, bestätigen die Zahlen zugleich die wachsende Bedeutung des Sommergeschäfts: „Die Berge bieten an heißen Sommertagen ideale Bedingungen für Erholung, Bewegung und Abkühlung. Gleichzeitig haben die Bergbahnen ihr Angebot in den vergangenen Jahren gezielt ausgebaut und sprechen heute eine breite Palette von Gästen an.“
Entscheidend sei auch die breitere Verteilung der Nachfrage. „Erfreulich ist zudem, dass die Nachfrage breit abgestützt war und schwächere Impulse aus einzelnen Fernmärkten durch andere Herkunftsmärkte sowie den Inlandtourismus kompensiert werden konnten“, so Stoffel.
