Beim 3. Medienforum Zukunft Winter diskutierten über die Zukunft des Wintersports (v. li. n. r.): Wolfgang Mayrhofer, Erich Egger, Klaus Grabler, Susanne Kraus-Winkler, Teresa Karan, Tourismusberater Richard Bauer, Richard Walter und Veranstalter Franz Schenner. | Foto: Franz Neumayr/Netzwerk Winter
Der Nachmittag im Tauern Spa Kaprun begann mit der Präsentation der Studie zum regionalwirtschaftlichen Wert des Tourismus durch Susanne Kraus-Winkler, Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der WKO.
KÜNSTLICHE INTELLIGENZ GEWINNT BEI REISEPLANUNG AN BEDEUTUNG
In der Folge sprach Teresa Karan, Innovations-Managerin bei der Österreich Werbung, über Künstliche Intelligenz (KI) als Chance für den Tourismus:
- Der Einsatz von KI kann Prozesse effizienter machen. Dadurch werden Ressourcen frei, um den persönlichen Service für den Gast noch individueller zu gestalten.
- 17 % der Ski- und Snowboard-Urlauber lassen sich in ihrer Reiseplanung bereits durch KI inspirieren.
- Die bewusste und strukturierte Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz und ihren Potenzialen ist der Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit.
MEHR WISSEN ÜBER GÄSTE – MEHR UMSATZ FÜR SEILBAHNEN
Etwas konkreter auf die Anforderungen der Seilbahnwirtschaft ging Klaus Grabler vom Marktforschungsinstitut Manova in seinem Vortrag zum Thema Mehr Daten = mehr Wissen = mehr Gäste = mehr Umsatz ein. KI erlaube es, verschiedene Datenquellen miteinander zu verknüpfen – allen voran die Bewegungsdaten der Gäste im Skigebiet und Daten über die Gäste-Zufriedenheit. Aus der Verknüpfung dieser Daten können Skigebiete unter anderem Folgendes sehr detailliert erfahren:
- über welchen Zeitraum ein bestimmter Gast die Seilbahn genutzt hat
- welchen Preis dieser Gast für seine Tickets bezahlt hat wie er das Skigebiet genutzt hat (z. B. welche Anlagen/ Pisten er besonders oft frequentiert hat, wie schnell er gefahren ist, Wartezeiten …)
- wie zufrieden er mit dem Erlebnis war und
- wie er das Preis-Leistungs-Verhältnis bewertet (den Preis bereinigt von der Leistung)
KI hilft uns demnach, besser zu verstehen, welche Faktoren das Gesamturteil eines Gastes über ein Skigebiet bestimmen. Daraus lassen sich unter anderem Schlüsse für Marketing- und Gästebindungsmaßnahmen, aber auch über die Sinnhaftigkeit von Investitionen ziehen.
SKIFAHREN IST „IN“
Der Tourismusberater Richard Bauer befasste sich dann in seinem Vortrag mit der Frage Kann Skifahren vom urbanen Lifestyle profitieren? und beantwortete diese mit einem klaren Ja. Etwa 78 % der Skifahrer würden in Städten leben, speziell über soziale Medien könne man auf diese urbane Zielgruppe zugehen. Besonderes Potenzial ortet Richard Bauer bei Gästen aus Übersee. Eine der wesentlichen Stärken der Skidestination Österreich sei dabei das ausgezeichnete Preis-Leistungs-Verhältnis.
SKIHALLE IN WIEN?
Wie im Anschluss Erich Egger in seiner Funktion als Stellvertretender Fachverbandsobmann der Seilbahnen in der WKO erklärte, sei die Kooperation zwischen US-amerikanischen und europäischen Skikarten-Verbünden gerade voll im Anlaufen. Um Kinder und Jugendliche im Osten Österreichs wieder mehr an den Skisport zu binden, stellte Egger den Bau einer Skihalle in oder in der Nähe von Wien zur Diskussion. Wie Egger anmerkte, hatte es im Jahr 1927 in Wien eine der weltweit ersten Skihallen gegeben.
An die Politik stellte Egger einmal mehr die Forderung, Genehmigungsverfahren für Projekte zu beschleunigen. Für Genehmigungen brauche man heute doppelt so lange wie noch vor einigen Jahren. Alleine bei den Salzburger Seilbahnen können Investitionen in der Höhe von insgesamt 70 Mio. Euro noch nicht realisiert werden, weil auf Genehmigungen gewartet werden muss.
Statements von Richard Walter, Präsident des Österreichischen Skilehrerverbands und von Wolfgang Mayrhofer, Sprecher der Österreichischen Skiindustrie, beendeten die Veranstaltung.
