Gäste können Informationen direkt per Sprache abrufen. | © feratel
Wenige Tage vor der ITB in Berlin hat feratel seine neue KI-Lösung für touristische Destinationen vorgestellt. Das System „feratel AI plus“ verbindet große Sprachmodelle mit strukturierten, geprüften Live-Daten aus den operativen Systemen der jeweiligen Destination.
Im Unterschied zu offenen KI-Anwendungen greift die Lösung ausschließlich auf kuratierte Inhalte zu – darunter Unterkünfte, Veranstaltungen, Routen, Gastronomie, Schnee- und Pistendaten oder Informationen zum öffentlichen Verkehr. Die Inhalte werden laufend aktualisiert und stehen in allen angebundenen Kanälen synchron zur Verfügung. Das Sprachmodell übernimmt lediglich die Formulierung der Antwort.
Integration statt externer Chatbot
Die Anwendung ist nicht als eigenständiger Chatbot gedacht, sondern wird in bestehende digitale Angebote einer Destination integriert. Gestaltung und Nutzerführung orientieren sich am jeweiligen Markenauftritt. Gäste können Informationen direkt per Sprache abrufen – etwa über Websites oder digitale Concierge-Systeme.
Für feratel-CEO Dr. Markus Schröcksnadel liegt der Schlüssel dabei nicht primär im KI-Modell selbst: „Entscheidend ist weniger das Sprachmodell selbst als die Qualität der zugrunde liegenden Daten.“
Auch Produktverantwortlicher Prok. Thomas Angerer hebt hervor: „[…] dass die Systeme ausschließlich mit geprüften Live-Daten arbeiten“.
Reaktion auf verändertes Nutzerverhalten
Die Entwicklung spiegelt einen Wandel im Informationsverhalten wider. Prof. DDr. Roman Egger, KI-Experte im Tourismus, beobachtet einen klaren Nutzungswandel: „Gäste wollten Informationen zunehmend direkt erfragen, statt sie selbst zu recherchieren.“
Mit dem Datenhub im Hintergrund soll die KI markenkonform, kontrolliert und kanalübergreifend eingesetzt werden. Damit adressiert feratel ein zentrales Spannungsfeld im Tourismussektor: den Wunsch nach dialogfähigen Systemen bei gleichzeitig hoher inhaltlicher Verlässlichkeit.
KI als Infrastrukturbaustein
Die Lösung wird international auf der ITB präsentiert. Strategisch positioniert feratel künstliche Intelligenz nicht als isoliertes Tool, sondern als Teil der digitalen Infrastruktur einer Destination. Voraussetzung dafür bleibt – so die klare Botschaft – eine strukturierte und konsistente Datenbasis.
Ob sich dieser Ansatz gegenüber offenen KI-Systemen durchsetzt, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie stark Destinationen künftig auf kontrollierte Inhalte und markenkonforme Kommunikation setzen.
